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Damit die Universität Lausanne den Titel Doktor h.c. von Benito Mussolini
widerruft und Professor Jean Wintsch ehrt

1937 zeichnete die Universität Lausanne den faschistischen Diktator Benito Mussolini dafür aus, dass er in seinem Land eine soziale Organisation entworfen und verwirklicht hatte, welche die soziologische Wissenschaft bereicherte und in der Geschichte eine tiefe Spur hinterlassen würde, indem sie ihm den höchsten Ehrentitel verlieh, den eine Universität vergeben kann: die Ehrendoktorwürde.

Zum Zeitpunkt dieser Auszeichnung bestand das faschistische Regime von Benito Mussolini seit 15 Jahren, die geprägt waren von der Zerstörung der repräsentativen Demokratie, der Unterdrückung der politischen Opposition und von politischer Gewalt. Im November 1936 besiegelte das faschistische Regime Italiens ein Bündnis mit dem Nationalsozialismus, das als Achse Rom-Berlin bekannt wurde. Im März 1937 hatte die italienische Armee bereits schreckliche Verbrechen in Äthiopien verübt (u.a. massiver Einsatz von Kampfgas, Massaker an der Bevölkerung). Und dies ist nur eine der vielen Facetten eines europäischen Faschismus, der auf zynische Weise – wie es die Begleitdokumentation zum Doktortitel vorhersagte – eine tiefe Spur in der Geschichte hinterlassen hat.

In Anbetracht dessen, dass sich Mussolinis Machtübernahme bald zum hundertsten Mal jährt, ist es an der Zeit, die Universität Lausanne aufzufordern, den Entscheid zu überdenken und die Auszeichnung zu widerrufen. Es ist auch an der Zeit, die Geste von Professor Jean Wintsch, Professor für angewandte Psychologie an der École des sciences sociales et politiques, zu würdigen, der sich in einer zutiefst einsamen Position dagegen gewehrt hatte, dass diese Auszeichnung verliehen wurde.

Die Verleihung eines Doktortitels kann und darf, wie alle historischen Ereignisse, nicht aus-gelöscht werden, aber sie darf auch nicht vergessen werden. Im Gegenteil, historische Ereignisse können und müssen ständig vertieft und neu interpretiert werden, damit sie für die nachfolgenden Generationen zu einer Quelle des ständigen Lernens werden. Diese ständige Neuinterpretation kann und muss auch zu Entscheidungen über in der Vergangenheit getroffene Massnahmen führen. Auf diese Weise kann man sich bei den Opfern vergangener Missbräuche entschuldigen, die Opfer vergangener Verbrechen entschädigen oder jene rehabilitieren, denen in der Vergangenheit Unrecht widerfahren ist.

Im konkreten Fall der Verleihung des Titels an Benito Mussolini im Jahre 1937 scheint uns heute nicht nur der historische, sondern auch der aktuelle Zeitpunkt zu sein, die von der Universität Lausanne getroffene Wahl zu überdenken. Der aktuelle Zeitpunkt, weil wir heute Zeugen von Gewaltakten gegen Millionen von Menschen sind. Gewaltakte, die von Ideen und Werten inspiriert sind, die eine ähnliche Matrix aufweisen wie die Bewegung Mussolinis vor hundert Jahren.

Die Unterzeichner und Unterzeichnerinnen der Petition unterstützen das von Elodie Lopez im Grossen Rat des Kantons Waadt eingebrachte Postulat und fordern die Universität Lausanne über ihr Rektorat auf

-den 1937 Benito Mussolini verliehenen Titel Doktor h.c. zu widerrufen;

-die Geste von Professor Jean Wintsch zu würdigen, der sich seinerzeit gegen diese Auszeichnung ausgesprochen hat.

Dieser Akt wäre ein Ausdruck des gebührenden Respekts gegenüber Millionen von Opfern und würde die Verteidigung der Werte jener unterstrichen, die sich heute dem Wiederaufleben von Ideen und Haltungen entgegenstellen, die vor hundert Jahren den Beginn des grössten Terrors darstellten, den die Welt im zwanzigsten Jahrhundert erlebt hat.

Auf diese Weise würden die Verleihung des Titels an Mussolini zu einem Anlass zum Nachdenken und die Massnahmen zu einzigartigen und wichtigen Lektionen für die heutigen Generationen werde

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